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52 STD LANGE, SCHMERZFREIE ZWEITE GEBURT IM GEBURTSHAUS - MIT GROßER SCHWESTER

Susanne

Geburtsbericht, 3. Schwangerschaft, 2. Geburt. Vorsicht ..lang. ☺

In der Schwangerschaft und der Geburt nahend hatte ich folgende Gebetsanliegen:
- Der Start sollte möglichst später Vormittag/früher Nachmittag sein damit wir die Große nicht mitten in der Nacht damit überrumpeln und sie überfordert ist mit der Situation.

- Die Geburt durfte nicht zu schnell sein, da ich meine Schwester informieren musste und sie bis zu 3std Fahrt zu uns hat. Zudem musste der Geburtstag passen, da sie nur begrenzt Urlaub hatte. (1. Geburt war zügig. 1. Wehe bis Kind da 12 Stunden, davon circa 6 aktive Geburt)

- Keine Geburtsverletzungen bzw. keine Nahtpflichtigen Geburtsverletzungen.
Angst davor das wir es nicht rechtzeitig ins Geburtshaus schaffen (bis zu 50 min. Fahrt) oder ungeplante Alleingeburt zuhause. (Im Bekanntenkreis mehrfach mitgekriegt bei Mehrgebärenden).
Wehen die ich mit kriege damit ich mich voll auf die Atmung konzentrieren kann und mich daran gewöhnen kann und „übe“ wie ich mit den Wehen und meinem Körper arbeite (war bei der ersten Geburt überrannt von den Wehen und mit der Atmung überfordert. Habe zudem die ersten 2 stunden nicht bemerkt, das ich Wehen hatte)

- Essen und Trinken können mit Wehen wäre cool- ging bei der ersten Geburt überhaupt nicht.
- Gedanke : wäre lustig wenn wie bei der ersten Geburt die erste Geburtswehe auf dem CTG erscheint.
Am 25.8.25, ET+5 war ich zur Kontrolle im Geburtshaus. Hier fragte ich an, ob ich unterstützend etwas tun könnte (wollte nicht über 42+0 gehen da ich dann keine außerklinische Geburt haben dürfte..war nicht wirklich ein Wünschenswerter Gedanke..) Ich habe dann Eisenkraut Tee und Uterus Öl erhalten, falls der Körper tatsächlich schon Geburtsbereit wäre um ihn etwas zu unterstützen.

Abends habe ich dann den Tee getrunken und musste anschließend in einer Tour zur Toilette. Ich dachte noch, das wird ja lustig die nächsten Tage wenn ich dauernd Pipi muss. Im Nachhinein betrachtet vermute ich, dass das Baby am gleichen Tag die Bereitschaft ans Gehirn geschickt hat, langsam auf die Welt zu kommen und der Körper deswegen so entwässert hat. Es tat sich aber noch nix.

Am 27.8. war ich dann zur Kontrolle bei 1 Woche nach ET bei der Gyn. Diese fragte, ob eine Eipollösung eine Option wäre (mechanischer Einleitungsversuch bei dem mithilfe des Fingers die Fruchtblase vom Muttermund gelöst wird). Dies verneinte ich da es für mich überhaupt keinen Grund gab, eine Einleitung zu beginnen – egal in welcher Form.

Auf dem anschließenden CTG (Über Termin alle 2 bis 3 Tage um die Versorgung zu überprüfen) war dann tatsächlich eine lange Wehe zu sehen mit gutem Ausschlag auf dem CTG (ca. 12 Uhr). Diese fühlte sich aber nicht wirklich anders an, als die, die ich ab und an mal hatte. Von daher ging ich nicht davon aus, dass das wirklich schon etwas heißen würde oder ein Anzeichen für die Geburt wäre. Mein Mann und die Große waren während dem CTG auf dem Spielplatz vor der Tür. Ich berichtete und sagte, dass das noch gar nichts heißen würde. Anschließend ging es kurz nach Wiesbaden (Tapetenwechsel für den Kopf) und danach bin ich mit der Großen zu einer Freundin gefahren und wir haben uns auf einem Spielplatz getroffen. Dort bemerkte ich immer wieder mal ein Ziehen. Dachte erst mal nur, mal schauen ob das was gibt oder nicht. Hatte meine Schwester schon mal vorgewarnt das es sein könnte, ich aber es noch nicht einschätzen kann. Ich solle mich melden wenn es in die richtige Richtung geht.

Auf dem Heimweg am Abend bemerkte ich dann, das die Wehen in kürzeren Abständen kamen. Sicherlich auch dadurch dass die Große eingeschlafen war und ich etwas entspannter wurde. Da es kurz vor 20 Uhr war und es für mich nicht wirklich greifbar war, entschied ich mich erstmal gegen einen Anruf bei der Diensthabenden Hebamme. Am späteren Abend schrieb ich ihr aber doch noch eine SMS auf die sie antwortete. Für mich war das ermutigend und ich blieb ruhig und entspannt und schaute, wie sich die Wehen entwickelten.

Da die Wehen nun bei alle 5 Minuten waren gab ich meiner Schwester Bescheid und fragte, ob sie sich nochmal kurz hinlegen wollte oder aufbrechen wollte. Sie entschied sich loszufahren, hatte zuvor tatsächlich genapped und fühlte sich fit genug für die Fahrt. Ich gab der Wochenbetthebamme mittels SMS Bescheid das sich scheinbar jemand auf den Weg machte. Machte einen Einlauf, um meinen Kopf frei zu haben, und ging duschen, da ich damit rechnete, das wir in der Nacht noch ins Geburtshaus fahren. Ich legte mich zur Großen ins Familienbett und versuchte zu ruhen. Musste mich aber in den Wehen bewegen weil still liegen zu unangenehm war.

Plötzlich wird sie wach, setzt sich auf. „Mama, ich weis was. Wir haben noch keine Geschichte gelesen“ (unser Einschlafritual) und kam auch nicht mehr zur Ruhe, war hellwach... In der Zwischenzeit war meine Schwester bereits angekommen, so dass ich dann entschied mit der Großen aufzustehen und sie mit der Tante zu überraschen. Die Freude war sehr sehr groß und so verbrachten wir die nächsten Stunden im Wohnzimmer.. Tante spielte mit der Nichte, ich vereinzelt mit. Ich nutzte den Gymnastikball in den Wehen und „turnte“ mich durchs Wohnzimmer. Vereinzelt legte ich mir die elektrische Heizmatte auf den Rücken. Die Wehen kamen weiter alle 3 bis 5 Minuten, jedoch nicht intensiv. In den Wehen musste ich mich immer wieder komplett auf die Wehe und die Atmung konzentrieren.

Das war frustrierend weil es so anders war, als bei der ersten Geburt und es gefühlt nicht vorwärts ging. Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, dass Gott fragte „Vertraust du mir?“ -JA! Mein Mann ging irgendwann ins Bett um etwas Schlaf zu kriegen, ich aß und ging irgendwann hinterher und konnte tatsächlich einschlafen (der Kopf sagt, aufrecht bleiben, nicht schlafen weil Schwerkraft hilft ja, Verstand und Geburtserfahrung sagt: geh schlafen, du brauchst die Kraft noch!). Wurde alle 2 bis 3 Wehen wach und musste mich bewegen. (Bei der ersten Geburt war an schlafen, essen, trinken nicht zu denken durch die intensiven Wehen) Die Große schlief irgendwann neben der Tante liegend auf der Couch ein. Kein Kindergarten heute für sie und wir machen einen entspannten Zuhause Tag.

Am Donnerstagmorgen meldet sich meine Wochenbetthebamme und spricht mir Mut zu und auf meinen Körper zu vertrauen.Über den Tag kommen die Wehen sehr unregelmäßig. Von 10 Minuten bis 45 ist alles dabei.. Allerdings sind sie an diesem Tag deutlicher im Becken zu spüren (Leiste, Hüfte, Steißbein). Für mich ein Zeichen das sich etwas tut und die Wehen Wirkung haben. Wir alle holen abwechselnd Schlaf nach und versuchen auf unsere Kräfte zu achten. Am Nachmittag gehen wir spazieren. Ich baue mir zufällig einen kleinen Gebetskreis auf und halte Rücksprache mit der diensthabenden Hebamme, ob ich noch etwas tun kann. Wir gehen davon aus, das wir uns in der Nacht sehen.

In der Nacht schläft die Große nur schlecht ein, schnieft. Ich habe noch Bedenken ob sie krank wird (kein schöner Gedanke mit dann frischgeschlüpftem Baby). Da ich nachts fast 4 Stunden am Stück geschlafen habe, ohne von einer Wehe geweckt zu werden, mache ich mir Sorgen ob alles ok ist mit dem Baby oder ob es mit der Geburt nicht zurecht kommt. Zudem bin ich genervt, dass es „wieder“ nicht weiter geht. Höre wieder wie Gott fragt „vertraust du mir?“ - auch hier kann ich ein volles Ja dazu sagen und bleibe in Dankbarkeit und dem Wissen, das er es lenkt und das Beste vorbereitet hat.

Am Freitagmorgen (29.8.) muss ich wieder zur Kontrolle bei Terminüberschreitung ins Geburtshaus fahren. Wir entscheiden mit dem Auto meiner Schwester zu fahren, so dass mein Mann mit der Großen, unserem Auto und den benötigten Sachen nach kommen könnte. Die Große kriegt mit, das wir zum Geburtshaus müssen und will mit, was wir verweigern und sie in den Kindergarten geht. „Papa holt dich, falls das Baby kommt“. Damit war es dann ok für sie. Ein Tag für sie mit ihren Freunden und für mich und meinen Kopf eine Verantwortungspause und Fokus auf mich und das Baby. Auf der Fahrt zahlt sich das bewegliche Sitzkissen aus um in den Wehen mein Becken bewegen zu können. Auch hier wurde ich bei jeder Wehe ruhig und musste mich auf mich konzentrieren.

Die Kontrolle war gut. Baby geht es super, klassische Latenzphase, weiter so. Auf meinen Wunsch wurde der Muttermund untersucht. Nicht geöffnet aber weich (für mich voll ok!) Ich fragte nach, ob schwimmen gehen ok wäre (gegen die Verspannung der Muskulatur einmal in die Therme). Wir dürften. Dazu kam es aber nicht mehr. Wir wollten in Idstein noch nach Badesachen für meine Schwester schauen. Dabei nahmen aber die Wehen stark zu. Nicht nur an Abständen sondern auch an Intensität, sodass wir den Plan verworfen und zurück fuhren um die Große vom Kindergarten abzuholen.

Auf dem Rückweg sehen wir, das auf dem Hinweg Stau ist und es einen Unfall gab. Eine wertvolle Info da das unsere Fahrroute ändert. Vom Auto zum Kindergarten (200m) waren es circa 4 Wehen, so dass ich dauernd stehen bleiben musste und meine Schwester Hüftdruck ausübte. Im Kindergarten gab es die nächsten 3. Die Erzieherinnen der Großen waren total überrascht mich zu sehen und wünschten mir und uns alles Gute. Das war wirklich schön. Zuhause kamen die Wehen mit starker Intensität alle 2 bis 3 Minuten so dass klar war, wir fahren heute nochmal ins Geburtshaus. Info an Diensthabende Hebamme, wir kommen heute noch. Wir sollen rechtzeitig Bescheid geben weil sie auch circa 40 Minuten Fahrt hat. Für uns perfekt, da wir ähnlich lang fahren. Die Große wird informiert dass das Baby heute endlich kommt. Sie freut sich so sehr!

Eine Wehe veratme ich stehend an der Wickelkommode und muss mangels Platz mit dickem Bauch (steht am Türeingang) in die Knie gehen als mein Mann Hüftdruck ausübt. Der scherzt noch „na ob wir es noch ins Geburtshaus schaffen“. Meine Schwester kommt um die Ecke und sagt genau das gleiche. Mein Körper meldet an, dass sich etwas ändert. Ich muss ins Bad und gehe mich im Anschluss kurz abduschen und schaue, ob das Wasser bei den Wehen hilft und dem Rücken gut tut. Unter der Dusche muss meine Schwester bei einer Wehe wieder Druck ausüben und ich bitte sie im Anschluss mein Handy zu bedienen.
Ich rufe die diensthabende Hebamme an (fahren in cirac 15 Minuten los) und schicke eine Sprachmemo an meine Wochenbetthebamme, das wir ins Geburtshaus aufbrechen. Ich schaue nach der Fahrtroute. In der Zwischenzeit belädt mein Mann das Auto. Die Wehen, die mein Mann gedrückt hat, habe ich kaum gespürt und waren weniger „intensiv“ vom Empfinden. (Oxytocin ist ein sehr nettes Hormon :D )

Das Autonavi schlägt uns eine super Strecke vor, die circa 50 Minuten dauerte. Die Wehen strecken sich zum Glück auf der Fahrt auf circa alle 5 bis 8 Minuten. Die Große will Geburtsvideos auf der Fahrt schauen und fragt ab und zu, warum ich mich bewege. Erkläre ihr alles. Ich bin unsicher ob es falscher Alarm ist, weil sich die Wehenabstände gestreckt haben. Zur Not geht’s halt wieder zurück.

Erleichterung als wir das Geburtshaus erreichen.Wir luden aus und kamen an. Susanne (diensthabende Hebamme) fragte, ob ich in die Wanne will, was ich bejahte. Die Erste in der Wanne war aber die Große Schwester. Zudem gab es eine Kanne mit Tee um die Geburt zu unterstützen. (Auch hier wurde ich gefragt und erst auf mein ja, bekam ich den Tee) Nach einiger Zeit will sie auf den Spielplatz aber auch hier bleiben. Ist hin und hergerissen so dass ich sie mit der Tante auf den Spielplatz schicke „Wir geben Bescheid wenn es soweit ist“. Auch mir tut die Pause von der Verantwortung gut. Susanne bietet mir an, den Rücken zu massieren was unfassbar gut tut und die Muskeln entspannt. Da die Wehen in der Wanne nicht wirklich mehr werden von meinem Empfinden und ich das so kommuniziere schlägt Susanne einen Spaziergang vor.. Ich war an einem Punkt des „ist noch ok für mich aber wäre auch schön, wenn das Baby langsam mal da wäre“. Wir bereiten uns vor, ich gab Bescheid das wir dann unterwegs sind und nach dem ich nochmal kurz im Bad war musste ich husten und hatte einen Würgereiz. Susanne hatte das gehört und gab mir eine Nierenschale mit.

Draußen kamen wir nicht weit. Vielleicht 150 m. Wir waren zwar laut Geburstbericht circa 30 Minuten draußen, aber ich musste alle 2 Meter stehen bleiben und mich an meinen Mann anlehnen oder Häuser und ähnliches um die Wehen zu verarbeiten. Irgendwann musste ich nach einer Wehe erbrechen, was dann das eindeutige Signal war um zurück zu gehen. Zum Glück blieb es bei zweimaligem Erbrechen.

Im Geburtshaus setzte mir Susanne eine Akupunkturnadel. Diese musste sie 3 x setzen. Einmal zog sie mein Mann raus, weil er dachte mir wäre was ins Haar geweht, einmal ich beim Abstützen an der Wand.
Im Geburtsraum zurück blieb ich viel im Stehen. Meine Schwester trat von allein den Rückweg an weil die Große wieder zu uns wollte. Das war auch gut so, ich hätte den Bescheid geben Zeitpunkt komplett verpasst.

Als sie ankommen legt sich die Große aufs Bett und ich merke wie ich etwas Distanz zwischen uns bringe in dem ich mich circa 3 Meter entfernt an der Wand abstütze. Ich beginne zu tönen.Zwischenzeitlich nutzte ich den Gymnastikball um den Beinen eine Pause zu geben. Meine Schwester unterstützt mit Druck und massieren in der Wehe. Bei einer Wehe musste ich in der Wehe aufstehen (Druck im Becken nahm zu und sitzen war sehr unangenehm). Durch das zunehmende Tönen bemerkte nun auch die Große das sich etwas tat.

Susanne schlug mir die Badewanne vor was ich dankend annahm und kaum abwarten konnte, wieder ins Wasser zu gehen. Zuvor bat sie mich, den Muttermund untersuchen zu dürfen, was ich bejahte und fragte, ob ich eine Zahl wissen will. Auch hier bejahte ich – 7 cm Muttermundsöffnung. Für mich war das in dem Moment einfach nur ein aha. Null Emotion, null Einordnung wie weit ich schon war im Geburtsprozess. Auch meine Schwester bemerkte nun, wie häufig die Wehen bereits kamen. Ein letzter Herztoncheck vor dem Einsteigen in die Wanne und ich konnte spüren, wie unser Baby sich im Bauch bewegt. Das war für mich schön.

Nach der ersten Wehe in der Wanne schaute ich Susanne dann an und sagte: Wahnsinn, das ich schon bei 7 cm bin! Erst dort habe ich es realisiert und dann ging es sehr zügig. Das Tuch, das über der Badewanne hing nutzte ich, um mich in den Wehen hineinzuhängen und somit meine Beine und Becken entlasten zu können.
Mit jeder weiteren Wehe spürte ich, wie das Köpfchen den Muttermund mehr öffnete und in einer Wehe sprang dann die Fruchtblase und der Pressdrang setzte unmittelbar ein, was ich auch so kommunizierte. Zudem trat der Kopf tiefer (was ich auch spürte) und mit der nächsten Wehe war er von außen bereits sichtbar.

Susanne wies mich darauf hin, das ich mich nun nicht mehr setzen dürfte und daher schwang ich mich mittels Tuch in den Liegebereich der Geburtswanne. Die zweite Hebamme (Caro) kam dazu. Sie war damals auch Zweithebamme bei der Geburt der Großen. Die Große war mittlerweile bei Papa auf dem Arm und stand am Fußende der Wanne. Meine Schwester stand hinter mir und sprach mir zu, dass das Baby bald da ist und ich das gut mache. Die Große fragte ich, ob sie das Köpfchen schon sehen könne was sie bejahte. Ganz ohne nachzudenken nahm ich eine „knee in, ankle out“ Position ein da breites Liegen unangenehm war. Mit der nächsten Wehe wurde der Kopf langsam geboren, ich spürte die Dehnung die aber nicht unangenehm war und ich habe in der gesamten Zeit einfach nur die Wehen veratmet mit einer hechelnden Atmung. Ich wusste, mein Uterus schafft das ganz alleine und ich muss nichts (!) tun außer zu atmen.

Der Kopf wurde nach der Wehe fertig geboren. Ich spürte, wie unser Baby die Rotation mit den Schultern im Becken vornahm, das restliche Fruchtwasser soweit abging und in der nächsten Wehe kam unser Baby dann zur Welt. Susanne hielt es mir unter Wasser entgegen, nachdem sie geschaut hatte, ob die Nabelschnur evtl im Weg war und sagt mir, das ich es hochnehmen kann. Diesen Blick werde ich wohl so schnell nicht vergessen „wo bin ich hier gelandet?“. Susanne meinte noch, ich könne es etwas anpusten. Das hab ich aber nicht gemacht weil ich wusste, es braucht nur einen Moment um zu realisieren, das es grade geboren wurde und es dauerte auch keine 30 Sekunden bis es geschrien und ordentlich von der Geburtsreise erzählt hat und ich nur noch am heulen war vor Erleichterung und Dankbarkeit und weil mich diese Geburt von meiner ersten Geburtserfahrung so sehr geheilt hat!

Die Große möchte gerne in die Wanne zu mir und dem Baby was wir verneinen, aber sie bekommt einen Hocker hingestellt um uns besser erreichen zu können. Mit das erste was sie gesagt hat muss wohl „kann ich jetzt endlich mein Baby haben?“ gewesen sein. Das hab ich nicht mitbekommen, haben aber mein Mann und meine Schwester so berichtet. Sie gab dem Baby dann eine kleine Babypuppe (neben das Baby auf meine Brust gelegt) und hat es gestreichelt. Nach etwas kennen lernen durfte sie dann schauen, was denn das Baby geworden ist. Eine kleine Schwester und damit kam die nächste Überraschung. Die war allerdings für meine Schwester, denn der erste Name unserer 2. Tochter ist der Zweitname meiner Schwester. Der Zweitname ist die weibliche Form des Namens meines verstorbenen Zwillingsbruders. Und bisher scheinen diese beiden Namen total zu unserm kleinen Wunder zu passen.

Nach auspulsieren der Nabelschnur schneiden meine Schwester und die Große zusammen die Nabelschnur durch und das Baby ging zu Papa auf den Arm und wurde zusammen mit der großen Schwester bekuschelt werden und erzählte nach wie vor sehr fleißig von der Geburt. Die Plazenta ließ sich nicht in der Wann gebären. In der tiefen Hocke vorm Bett traute ich mich nicht, stark genug an der Nabelschnur zu ziehen was dann Susanne nach Einverständnis durch mich übernahm. Da die Große das mitbekommen hatte kniete sie sich neben mich und sah ganz genau zu, als die Plazenta kam. Das sie kein Blut im Gesicht hatte grenzt an ein Wunder, so nah wie sie zuschaute. :)

Unsere Kleinste hatte mit der Geburt entschieden, dass sie, wenn sie die Vollpension jetzt schon aufgeben müsse, dann auch den Großteil des Zuhauses zurück lässt. Die Plazenta löste sich vollständig, dahinter war ein sehr großes Hämatom. Allerdings waren an der Plazenta nur circa 5% der Fruchtblase dran. Der Rest war noch in der Gebärmutter. (Die restliche Fruchtblase durfte ich dann mittels der J-Atmung und mit Hilfe vom Massieren der Gebärmutter und meiner Wochenbetthebamme „Gebären“, das war auch eine spannende Aktion.. :-D )

Anschließend wurde im Bett ausgiebig gekuschelt und ich zählte mit der Großen zusammen einmal die Finger und Zehen an die wir während dem Stillen dran kamen. Die Geburtsverletzungen waren so minimal das nichts genäht werden musste. (Dammriss ohne Blutung -vermutlich die alte Naht- und ein kleiner Vaginalriss der sich bereits durch Otriven zusammenzog) Bei der U1 hat die Große zusammen mit der Tante zugeschaut und circa 3 Stunden nach Geburt befanden wir uns auf dem Heimweg. Ich war kreislauftechnisch top fit und fühlte mich voller Energie. Auch hier, ein komplett anderes Erleben als bei der Ersten Geburt. Dieses Mal durfte ich erleben, was Liebe auf den ersten Blick beim eigenen Kind ist. Und ich bin so unfassbar dankbar für dieses gesamte Geburtserlebnis.

Meine Geburt war geprägt von Gottes Gegenwart und Führung und vor allem war sie Selbstbestimmt und als Kirsche on Top komplett Schmerzfrei. Intensiv ja, aber schmerzfrei. Jede Wehe in den 52 Stunden von der ersten bis zur letzten Wehe war schmerzfrei und ich würde mir immer wieder eine solche Geburtsreise wünschen.

Ein ganz großer Dank gilt dem wunderbaren Geburtsteam (Susanne, Caro und eine Studentin) und Joana von Pain Free Birth Germany für ihren Kurs und Angelika für die Aufarbeitung der ersten Geburt durch die Emotionale Erste Hilfe.

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