KRÖNENDE SCHNELLE SCHMERZFREIE HAUSGEBURT!

Michelle

Angefangen hat alles mit der Geburt meines ersten Sohnes. Die war, wie leider üblich bei noch unerfahrenen Frauen, im Krankenhaus und auch mit vielen Schmerzen begleitet. Trotzdem war es voller Segensmomente, denn es startete mit einem Blasensprung, begleitet mit einer heftigen Wehe und dann ging es sofort ins Krankenhaus. Dort angekommen wurde ich untersucht und war direkt schon bei 10cm. 1,5h später war mein Sohn da. Leider habe ich mich etwas schwer getan, denn ich hatte vorher im Geburtsvorbereitungskurs gelernt, dass man erst pressen darf, wenn die Hebamme das Go gibt und die war zwischen zwei Geburten hin und her sehr abgelenkt. Als ich dann endlich fragte, ob ich pressen darf, meinte sie: schon längst! Erst dann war es ruck zuck vorbei. Unwissenheit!

Meine Tochter kam dann 2013. Auch bei ihr war ich bis ran an die Geburt aktiv, Aquasport war ein Segen und viel Spazierengehen. Die zweite Geburt startete mit einigen Wehen direkt am Tag der Geburt, wo ich wusste, die sind anders als die schmerzfreien Standard-Senkwehen, die ich immer Wochen vor der Geburt schon hatte. Wir waren unterwegs gewesen und zuhause angekommen, wollte ich mich ins Bett legen und auch da ist wieder die Blase gesprungen. Sofort wieder ins Krankenhaus und 25min später, nach ein paar intensiven (aber auch schmerzvollen) Wehen und mit nur einer Presswehe habe ich meine Tochter zwischen meinen Beinen liegen. (Ihre Nabelschnur war leider zu kurz). Die Geburt war schmerzhaft, aber im Gegenteil zur ersten, wo ich immer laut rief (und auch innerlich dachte) "Ich will nicht, ich kann nicht mehr und scheiße tut das weh", hatte ich dann meine Gedanken kontrolliert und mir gesagt: "du kannst das, du hast es schon mal geschafft, gleich ist es vorbei, es ist zeitlich". Es war direkt an meinem Geburtstag. Im Kreißsaal habe ich dann noch mit Geburtstagsgratulanten telefoniert. Absurde Situation. Nach der Geburt war ich top fit, bin sofort duschen und sehr mobil gewesen. Bei keiner Geburt hatte ich irgendwelche Risse oder Schnitte.

Zwischen der zweiten und der dritten Geburt habe ich von dem Buch von Jackie Mize gehört und für mich war es 100%ig klar, dass sie die Wahrheit sagt über Gott und seinen Plan für Frauen, besonders unter der Geburt. Ich dachte mir: wenn noch ein Kind, dann will ich das erleben!". Als ich dann schwanger wurde, bereitet ich mich vor. Proklamationen, Gebete, viel informieren, Verantwortung übernehmen, seine Geburt vorbereiten... Nichts dem Zufall überlassen, sondern klar mit Gott angehen und mit ihm träumen. Ich erstellte mir eine Playliste für die Geburtsvorbereitung und die Geburt, prophetische Worte, die Gott mir persönlich gegeben hatte, Bibelverse, die Kraft spendeten und Glauben stärken, Proklamationen für die Geburt und Lieder, die mich in die Gegenwart Gottes zogen.

Als dann in einer Nacht wieder meine Blase gesprungen war und ich ins Krankenhaus fuhr, fühlte ich mich vorbereitet, kompetent und vorfreudig auf das, was Gott vorbereitet hat. Mein Mann setzte Atmosphere im Gebet (eine so wichtige Aufgabe des Mannes!) und ich hatte meine Playliste im Ohr. 1,5h später hatten ich meinen Sohn auf dem Arm. Die Geburt war schmerzfrei, teilweise sogar schon ruhig, ich war gefühlt nur in meiner Welt und viel in Gedanken bei Gott. Ich war kraftvoll und wusste Gott ist mit mir. Nur am Ende der Geburt, gab es einen Moment, nach dem ich einmal gepresst hatte und das Köpfchen schon draußen war, dass so eine Ruhe da war und kein Pressdrang mehr, nichts. Ich weiß noch, ich starrte an die Zimmerdecke und dachte, wie komisch ist das denn? Ich fand leider die Situation so absurd, dass der Kopf zwischen meinen Beinen ist und ich hier so seelenruhig da liege, dass ich dann nicht mehr im Frieden blieb, sondern aus eigener Kraft presste. Als meine Kraft dann zuende war und der eigentliche Pressdrang einsetze, kamen so starke Schmerzen, dass ich wusste, was ich vorher nicht erlebt hatte. Es tat so weh, aber das Baby war dann draußen. Ich habe mich im Nachhinein geärgert, dass ich mir selber den Frieden habe rauben lassen.
Aber was für ein anderer Start ins Leben! Mein Erster ist mit so vielen falschen Worten aus meinem Mund geboren, fast in eine Atmosphäre der Angst und Unruhe, während mein zweiter Sohn in Frieden und unter Worten Gottes zur Welt kam. Interessantweise ist mein Großer der ängstlichste von allen meinen Kindern.

Mein Mann und ich hatten die Kinderplanung dann eigentlich angeschlossen, doch es kam alles anders. Durch die Coronaerkrankung, die wir 2020 als ganze Familie hatten, wurde mein Zyklus so durcheinander gebracht, dass ich zu einem Zeitpunkt schwanger wurde, wo es rein rechnerisch gar nicht möglich gewesen wäre. Ich war mega überfordert und habe mich überhaupt nicht gefreut, im Gegenteil. Meine Pläne waren ganz andere gewesen für die nächsten Jahre. Doch neben dem Gefühl des Widerstandes, kam der Gedanke: "also wenn ich das jetzt noch einmal erleben soll, dann 100%ig schmerzfrei!" Das hat mir geholfen, den Zustand anzunehmen und zuzulassen. Für mich war klar, dass Gott das für mich bereit hält (das befand sich glaubenstechnisch schon fast in meiner Comfortzone, so sicher war ich mir) und für mich war auch sicher, ich werde ambulant mein Baby zur Welt bringen, denn auf Coronamaßnahmen im KH konnte ich verzichten und es ging mir ja bei den anderen Kindern auch nach der Geburt super. Umso überraschter war ich plötzlich, als Gott mich mit dem Thema "Hausgeburt" inspirierte.

Immer wieder kam ich mit dem Thema in Berührung und ich spürte, wie Gott mich aufs Wasser, raus aus meiner Comfortzone, locken wollte. "Schmerzfrei? Klar! Aber würdest du mir auch noch mehr zutrauen?" Ich fing an mich immer mehr zu informieren. Dann schenkte mir Gott, dass ich auf "Painfreebirth" und auch auf dich aufmerksam wurde und ich habe alles in mich aufgesogen! Was für geniale Informations-/Inspirationsquellen!!! Leider gab es keine Hebamme in meiner Nähe, die eine Hausgeburt begleiten konnte, außer eine. Die war eigentlich auch schon belegt, wollte mir aber die Chance geben zuhause zu entbinden und dementsprechend meinte sie, dass ich sie anrufen könnte, wenn es losgeht und sollte sie gerade "frei" sein, würde sie kommen. Das war zwar nett von ihr, aber irgendwie auch unsicher. Aber irgendwie ging der Wunsch nicht weg, dass ich trotzdem gern zuhause mein Kind zur Welt bringen möchte. Gott schenkt eine Inspiration nach der anderen. Dann kam ich auf den Film "die sichere Geburt" und konnte nur noch staunen, wie perfekt und fehlerlos Gott den Geburtsprozess und den Körper der Frau im Einklang dazu geschaffen hat. Wow!! Nach dem Film betet ich, dass Gott mich leiten möge und mir zeigen soll, was er für mich bereit hält, ich legte alles noch einmal in seine Hände. Nur ein paar Minuten später kommt der Begriff "Alleingeburt" in meinen Sinn und ich google ihn.
Nach einer Definition des Begriffes, stoße ich plötzlich auf einen Blog von einer Frau, wo es in der Überschrift hieß: "Warum ich mich entschieden habe, mein 4. Kind allein, ohne ärztliche Hilfe auf die Welt zu bringen". Als ich weiterlas, kam ich aus dem erstaunen nicht mehr raus. Die Frau hatte meinen Namen, mein Alter und ihr 4. Kind (wie ich) zuhause allein zur Welt gebracht! Das war mir zuviel Zufall!!! "Jesus, willst du, dass ich mein Kind allein gebären soll?" Auf dem Wasser gehen, war schon eine wackelige Angelegenheit, aber diese Welle, die da in dem Moment auf mich zu zukommen schien... "wo ist SEINE Hand!!??"

Was ich im Nachhinein krass finde, dass mich wirklich ein Großteil meiner Freunde und Familie in all meinen neuen Gedanken echt unterstütze und mit mir im Glauben standen. Mein Mann stand auch hinter mir, aber wenn es nach ihm gegangen wäre, wäre er einfach wieder in die Klinik gegangen. Gott hat mir in der ganzen Zeit so viel von sich offenbart und meinen Glauben so sehr gestärkt, dass ich mir immer sicherer wurde: "Ja, mit meinem Gott kann ich auch zuhause allein mein Kind zur Welt bringen!" Ich habe mich diesbezüglich auch weiterhin sehr viel über Alleingeburt informiert und fühlte mich kompetent und vorbereitet. Meine Playliste stand auch wieder fest und Gott schenkte mir ein Lied für die bevorstehende Geburt: https://youtu.be/A8TtOIMaKKA (das Lied leitet zufällig dann auch den Geburtsstart ein)

Ein paar Tage vor der Geburt träumte ich, dass ich das Kind am 28.8 zur Welt bringen werde, das war der Tag an dem ich mich vor 28 Jahren hab taufen lassen(ET war der 31.). An dem Tag dann, hat meine Mutter spontan angeboten mit den drei großen in Tierpark zu fahren und verließ unsere Wohnung mit dem Spruch: "ich hab jetzt die Kinder und du bekommst dein Baby!". Seit dem Vortag hatte ich aber keine weiteren Anzeichen auf irgendwelche Vorbereitungen meines Körpers auf eine bevorstehende Geburt gespürt. Davor hatte ich immer schmerzfreie Senkwehen, aber an dem Tag war nichts. Aber ich musste ständig zur Toilette. Einmal bemerkte ich dann das der Schleimpfropf sich gelöst hatte, aber das kann ja auch Tage vorher passieren. Ich hatte irgendwie das Gefühl, als könnte ich entscheiden, ob die Geburt jetzt losgehen soll oder nicht, aber irgendwas argumentierte noch in mir: "wirklich heute?"

Der Vormittag war eigentlich ziemlich entspannt, aber irgendwie spürte ich auch immer wieder Impulse, dass es bald losgehen könnte. Zb hatte ich den Eindruck, daß ich meine Mutter fragen sollte, ob sie die Kinder auch länger nehmen würde, oder auch Gedanken an das Packen einer Notfallkliniktasche beschäftigen mich (wobei ich diesen Gedanken an Gott abgegeben habe, mit dem Vertrauen, dass es keinen Notfall geben wird). Irgendwann dann, nachdem ich das x-te mal zur Toilette war habe ich gemerkt, wie ich Fruchtwasser verloren habe. Das hat mich dann doch stutzig gemacht. Ich habe dann die Hausgeburtshebamme informiert, dass ich glaube, das Fruchtwasser abgeht und ich gefühlt nicht mehr vom Klo runter komme, aber keine Wehe oder irgendwas sonst spüre. Sie meinte dann, sie würde sich jetzt auf den Weg machen.

Mein Mann war den ganzen Morgen mit der Vorbereitung der Schulsachen für die großen Kinder beschäftigt. Dann, noch auf dem Klo, um 14:48 entschied ich, dass ich es doch zulassen würde, dass die Geburt losgehen kann. Ich legte meine Kleidung ab und zog mein, extra für die Geburt gekauftes, Negligee an.

Es war fast, wie bei einer Hochzeit, das "Kleidchen" hatte ich vorher schon in mein Schlafzimmer gehangen, ich hatte Kerzen und Lichterkette angebracht.... Überhaupt habe ich mich in der Vorbereitung sehr kompetent und selbstbestimmt gefühlt. Ich hatte mit Gott geträumt und auch aufgeschrieben, wie ich es mir wünschen würde und nun würde es konkret werden. Als ich dann ins Wasser stieg, lief bereits meine Geburtsplayliste und dezentes Licht war an. Nun lag ich da und dachte mir, hoffentlich hast du nicht umsonst die Hebamme angerufen, denn es war immer noch keine Wehe spürbar. Die Lieder der Playliste waren so ermutigend und Frieden-stiftend. In einem Song hieß es "Let go my soul and trust in him, the waves and wind still know his name!" Das fand ich interessant, denn Kontraktionen werden ja auch als "Wellen" bzw "Wehen" (wie das Wehen), bezeichnet und Gott hat die Kontrolle darüber bzw hört alles auf ihn.

Ich spürte, dass ich selber meinen Beckenboden öffnen konnte und ein bekanntes Kribbeln und ziehen anfing, ich aber auch den Beckenboden anziehen konnte und nichts weiter passierte. Es war, wie als würde alles nur auf mein Go warten, als hätte ich allein die Wahl, was wann passiert. Irgendwann kam mein Mann dann ins Bad und meinte, er würde mal die Abstände messen wollen. "Was für Abstände?" Ich hab dann ein paar mal den Beckenboden bewusst geöffnet und auch offen gelassen und dann meinte er, er könnte eine Pausenzeit von 3-4 Minuten ausmachen. Ich konnte ihm gar nichts wirklich sagen, wann ein Ziehen losging oder endete. Für mich war es immer noch ein Gedankenkarusell: "willst du heute wirklich dein Kind hier in der Wanne bekommen? Ja, warum nicht? Wirklich, jetzt?"

Als dann die Hebamme da war, gab es schon ein paar Wehen, die ich vertönte, aber immer noch hatte ich den Eindruck, ich kann die Intensität selber steuern bzw zulassen. Dann lief plötzlich mein, von Gott geschenktes, Geburtslied und für mich war dann klar, jetzt gibt es kein Zurück mehr.

Ab da wurde es auch intensiver. Zum Glück zeigte mir die Hebamme eine noch bessere Atemtechnik, als die Wellen zu vertönten: ein tiefes Einatmen durch die Nase und mit einem F alles nach unten hin ausatmen. Das war sehr hilfreich gewesen. Ich spürte plötzlich, dass die liegende Position nicht mehr sonderlich förderlich war und diskutierte mit der Hebamme, was besser wäre (ich war ganz normal am Reden und nicht wie damals in Panik eine nächste Welle könnte mich überrumpeln und ich müsste die Pausen gut nutzen). Ich drehte mich dann um, um mich hin zu knien und michbauf meine Füße zu setzen. Da kam dann die Schwerkraft dazu. Die nächsten zwei Wehen habe ich dann noch veratmet bekommen, die waren aber schon echt intensiv (aber nicht schmerzhaft!).

Witzigerweisen kam gerade in diesem Moment durch meine Playliste ein Lied mit einer Proklamation auf englisch: "ich zählen jetzt runter von 5 bis 1 und dann öffnest du dich Körper..." Ich musste in dem Moment schmunzeln, weil es so passend kam. Dann kam der Pressdrang. Ich wollte ihn noch versuchen zu kontrollieren bzw zu pausieren, damit es nicht zu schnell geht, aber keine Chance. Es gab kein Zurück mehr, nur noch ein Vorwärts.

In dem Moment dachte ich, ich werde sicher reißen und hab auch das hingenommen, als ich teilweise mitpresste. Ich hatte die Augen zu und mit einem Mal höre ich: "Fang sie auf! Fang sie auf!" von der Hebamme.

Ich öffne meine Augen und da schwimmt vor mir ein, nein MEIN Baby im Wasser. Innerhalb einer Presswehe Kopf raus, gedreht und ganz raus. Ich schnapp sie mir und der surreale Zustand kommt zu seinem Höhepunkt! Da war sie. Ganz lila/rosig. Nix gemeckert und guckt mich mit großen Augen an."

Bitte!!! Was???!! Ich hab mein Baby in meinen Armen??!!" Jede Frau, die bereits ein Kind zur Welt gebracht hat, kennt dieses wahnsinnige Gefühl von Erleichterung und Dankbarkeit, was zu diesem Zeitpunkt einsetzt. Es war wirklich unbeschreiblich! Sie kam am 28.8 um 16:28 zur Welt, also ging das ganze maximal wieder 1,5 Stunden (vom Zeitpunkt gemessen, wo ich in die Wanne ging und für mich entschied, es könnte losgehen, es waren ja keine eindeutigen Startzeichen da gewesen). Im Nachhinein weiß ich, ich hätte nicht später anrufen dürfen und ins Krankenhaus hätten wir es gar nicht schaffen können, denn ich hatte vorher ja nie den Eindruck gehabt, es geht nun wirklich los. Wann hätten wir losfahren sollen?

Mein Mann war zu Tränen gerührt (er ist jetzt auch ein Hausgeburtsbefürworter). Wir saßen dann noch so lange in der Wanne, bis die Plazenta kam, dann ging das Baby zu Papa und ich bin duschen gegangen. Danach wurden ich und Baby untersucht, alles in Ordnung und Baby sogar perfekt! Und nach dem alles so schnell vorbei war, konnte ich mich mit diesem kleinen Wunder einfach nur dankbar in MEIN eigenes Bett legen und den Segen genießen. Keine Coronamaßnahmen, kein fremdes Bett, fremde Leute, mein Mann die ganze Zeit an meiner Seite... Abends kamen meine Kinder noch dazu... Einfach herrlich! Ich bin Gott sehr sehr dankbar für diese Erfahrung!

Joana Liva Evine - 3230g, 34cm Köpfchen und 53 cm groß.

So wie du, werde ich so viele Frauen, wie ich kann dazu inspirieren von Gott solch eine Segen für ihre Geburt zu erwarten und sie auch zu mehr Selbstbestimmtheit ermutigen.