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Geburt voll Freude, Teamwork und Selbstbestimmung

Ann-Sophie & Philip Sternkopf

Nach über 5 Jahren des Wartens, waren wir endlich schwanger - was für ein Segen, nachdem uns gesagt wurde, dass es auf natürlichem Weg eher unwahrscheinlich sein würde. Bis auf die anfänglichen Wochen Übelkeit hatten wir eine durchgehend wunderschöne, genussvolle und komplikationsfreie Schwangerschaft. Schon früh stand fest, was wir uns für diese Geburt wünschten und haben uns daraufhin im Geburtshaus Gera angemeldet. Im Sommer 2021 sind wir dann über Instagram auf Joana aufmerksam geworden. Zuerst folgten wir ihr dort, bis wir uns dann im November dazu entschieden den Kurs gemeinsam zu machen.



Von Ann-Sophie:

Unser ET war der 27.01.2022. Am 25.01. wurde ich gegen 4:00Uhr wach, faste intuitiv zwischen meine Beine, alles war nass und ich dachte sofort, dass meine Fruchtblase geplatzt sei. Ab diesem Zeitpunkt hatte ich alle 3 – 6 Minuten kurze (15-30sek) Wehen. Ich tippte Philip, meinen Mann, an, um ihn zu wecken. Er ging mit mir auf Toilette und wir beschlossen den Tag ruhig zu starten und waren erstmal zusammen duschen. Dort erst realisierten wir richtig, dass wir einfach bald unser Baby im Arm halten würden - was für eine Freude!

Gegen 6:00Uhr riefen wir im Geburtshaus an, um uns zu erkundigen, wann wir vorbeikommen sollten. Wir konnten in Ruhe frühstückten, packten dann die letzten Sachen noch zusammen und fuhren ein paar Straßen weiter mit dem Auto. Dort untersuchte mich unsere Hebamme und sagte mir, dass meine Fruchtblase noch intakt war und sich mein Schleimpfropf stattdessen gelöst hatte. Mein Muttermund war, wenn überhaupt, nur minimal geöffnet. Meine Wehen waren die ganze Zeit immer wieder präsent und regelmäßig, aber noch nicht lang genug und nicht so intensiv. Unsere Hebamme sagte uns also wir sollten uns noch einen schönen Tag machen und ich solle versuchen noch etwas zu schlafen. Gesagt, getan: wir fuhren wieder nach Hause und machten uns einen schönen Tag. Die Wehen blieben weiterhin regelmäßig, nur schlafen konnte ich überhaupt nicht. Überhaupt konnte ich nicht entspannen im Liegen, sobald eine Wehe kam. Ansonsten war dieser Tag geprägt von purer Vorfreude, Neugier auf die Geburt und Zweisamkeit.

Am Mittag kam sogar noch eine Freundin vorbei und machte wunderschöne Bilder vom Babybauch und von uns als Paar (den Termin hatten wir schon längerfristig ausgemacht und mir ging es ja gut).

Am Abend wurden meine Wehen dann plötzlich viel stärker, regelmäßiger und auch länger. Ich wusste: jetzt geht die nächste Phase los. Philip blieb mit mir noch eine ganze Weile wach, bis er sich schlafen legte. Für mich folgte eine intensive, herausfordernde und bedeutsame Nacht. Ich war inzwischen schon sehr erschöpft und auch müde, aber konnte mich in den kurzen 2-3 minütigen Pausen nie wirklich von meinem Schlafdefizit erholen. Also jubelte ich innerlich über jede Stunde, die ich unserem Baby näherkam. Die ganze Nacht lief leise Musik und ich hatte wirklich eine tiefe Zeit mit meinem Baby und mit Gott. Ich wechselte meine Positionen immer wieder so wie mir danach war. Ich überlegte immer wieder, wie ich dieses Gefühl beschreiben würde. Ich habe gemerkt, wenn ich schnell antworten müsste, würde ich sagen es war Schmerz. Aber das stimmt nicht so wirklich, es war für mich aber das, was ich bis jetzt kannte und für mich gefühlstechnisch am nähsten rankam. Das Wort “Beben” trifft es viel besser - es zog immer wieder durch meinen ganzen Körper und es fühlte sich wirklich wie eine Naturgewalt an. Ich hatte so etwas noch nie zuvor erlebt und merkte in dem ein oder anderen Moment, dass kurz Angst hochkam, einfach weil es neu war. Das war das herausforderndste: da nicht stehen zu bleiben, nicht auf die Angst zu schauen und es gelang mir.


Als es dann Morgen wurde, und damit wieder heller, merkte ich, wie eine neue Kraft meinen Körper durchzog. Neue Energie und neue Freude. Ich weckte meinen Mann und wir machten uns allmählich wieder bereit, um ins Geburtshaus zu fahren, so wie wir es am Tag zuvor vereinbart hatten. Dort angekommen war es 8:30Uhr. Unsere Hebamme untersuchte mich und siehe da ich war komplett geöffnet und es konnte losgehen. Die Nacht war zwar wirklich sehr intensiv, aber diese freudige Überraschung erfüllte mich mit Vorfreude. Diese unglaubliche Vorfreude bald unser Baby, auf das wir solange gewartet hatten, im Arm halten zu können, war einfach unbeschreiblich.

Gegen 9:30Uhr öffnete die Hebamme meine Fruchtblase und ich dachte mir nur so: “Ah okay, so fühlt sich das also an. Das werde ich bestimmt nicht mehr verwechseln!” Die Wehen wurden nun so intensiv, dass ich mich an einen höheren Tresen an der Wand stützte, um nicht zu fallen. Philip wich nicht von meiner Seite und gab mir emotional und körperlich halt. Es war genauso, wie ich es mir vorgestellt hatte. Durch ihn konnte ich meinen sicheren Rahmen überall mit hinnehmen - er war da und ich fühlte mich in Sicherheit.

So verging eine Stunde und 10:30 Uhr spritzte mir die Hebamme etwas, damit meine Wehentätigkeit nicht abnahm. Sie sah, dass ich eigentlich total erschöpft war, aber trotzdem kurz davor stand, dass das Baby kam. Die Wehen nahmen nochmal an Intensität zu und ich merkte, dass ich mitpressen wollte. Ich stand noch immer, doch meine Beine fühlten sich bei jeder Wehe wie Pudding an. Ich musste mich erbrechen, so intensiv war es.

Gegen 11.00 Uhr ging ich dann in die Wanne und was soll ich sagen? Es war so schön! Die Hebamme half mir und leitete mich so gut durch die letzten Wehen. Ja und dann war unser Baby da. Philip hielt sie noch unter Wasser, bis unsere Hebamme die Nabelschnur von ihrem Hals abgewickelt hatte und dann gab er mir unser Mädchen - unsere Tochter Arwen. Sie schrie kräftig auf meiner Brust und es war das Allerschönste ihre Stimme zu hören.

Die Hebamme sagte mir später, dass ich gerissen sei und sie mich noch mit zwei Stichen nähen müsse. Ich war in diesem Moment echt mit Enttäuschung konfrontiert. Auch weil ich nicht sagen kann, dass die Geburt komplett schmerzfrei war, aber ich entschied mich sie zu FEIERN und da nichts ran zu lassen. Vor allem aber kann ich sagen, dass ich aus dieser Geburt gestärkt und voller Selbstbewusstsein gehe, denn sie war durch und durch friedlich - zu jeder Zeit war ich voller Ruhe. Ich nehme so viel mit für die Nächste und kann nicht aufhören mich darauf zu freuen. Darüber bin ich so unglaublich dankbar.



Von Philip:

Corona-Maßnahmen sei Dank: unser Geburtsvorbereitungskurs wurde abgesagt. Ich war so frustriert und enttäuscht. Keinesfalls wollte ich mich online mit irgendwelchen Videos auf so eine Extremsituation vorbereiten. Dann schlug Ann-Sophie Painfreebirth vor und ich ließ mich trotz Skepsis darauf ein. Diese Skepsis wurde beseitigt, indem ich ein Bild vermittelt bekam, wie eine natürliche, ursprüngliche, nicht von Unwissenheit, Angst und Schmerz geprägte, Geburt aussehen kann – ich war hyped! Wir haben die meisten Lektionen gemeinsam gesehen und ich habe mich als es losging nicht unsicher und hilflos gefühlt, sondern konnte diese zwei Tage des Geburtsprozesses als extrem freudig, befähigend und schön für meine Frau, unsere Tochter und mich erfahren.



Danke!

Dein Vorbereitungskurs hat uns gestärkt, bestätigt und vertieft, was wir uns so sehr wünschten für diese Geburt. Danke für deine Arbeit, aber vor allem deine Leidenschaft – wir sind uns sicher, dass sie noch vielen anderen ein Segen sein wird.