Marble Surface

Der Sturm und mein Platz bei Jesus

Anja Frautschi

Ich möchte von meiner vierten, wunderschönen Geburt erzählen. Obwohl ich alle Kinder relativ " schnell" und ohne Komplikationen geboren habe, ( mit intensiven Schmerzen) war diese ein ganz besonderes Erlebnis.
Während der Coronazeit wurde meinem Mann& mir wohl zum ersten Mal so richtig klar, was Jesus für uns am Kreuz getan hatte. Wir entdeckten diesen " neuen Bund" der für uns geschlossen wurde. Und erlebten einige außergewöhnlich Dinge. Immer öfter hatte ich den Gedanken: wenn Jesus für alle Schmerzen bezahlt hat, dann muss ja auch der Geburtsschmerz getragen worden sein. Wir entdeckten, dass wir nicht mehr den Fluch tragen müssen ( das hat ja Jesus getan) sondern im Segen leben dürfen. So suchte ich , wo Frauen schmerzfreie Geburten erlebten- und stiess auf diese Seite. Ich las während der ganzen Schwangerschaft Berichte von schmerzfreien Geburten und auch das Buch schmerzfreie Geburt. Ich sprach viel mit Gott darüber, dankte ihm für dieses Geschenk. Und so merkte ich, wie mein ❤ das plötzlich anfing zu glauben. Und es war nicht " nur" die Geburt: zum ersten Mal brauchte ich keine Stützstrümpfe, war nicht verstopft und recht fit bis zum Schluss ( so dass ich noch bis kurz vor der Geburt die Kinder mit Velo zur Schule begleiten konnte) Kurz vor der Geburt hatte ich einen Traum: die Geschichte als Jesus mit seinen Jüngern im Sturm war und im Boot schlief. Und ich merkte: mein Platz ist nicht bei den Jüngern, angstvoll auf die Wellen schauend. Mein Platz ist in der Ruhe, bei Jesus. Dieses Bild begleitete mich dann durch die ganze Geburt.
Am Morgen bemerkte ich ein leichtes Ziehen und ich wusste, heute ist der Geburtstag. Es legte sich aber wieder. Um 14 Uhr hatte ich regelmäßige Kontraktionen, die ich veratmete. Es war nicht sehr intensiv, ich konnte gut mit unserem Ältesten dazu ein Spiel spielen. Aber kontinuierlich. Um 16 Uhr spürte ich, dass es Zeit war , im Geburtshaus anzurufen. 17 Uhr waren wir schließlich da. Es ging gut voran- die Hebamme war manchmal etwas irritiert, wenn ich bei den Kontraktionen so wenig reagierte. Mit geschlossenen Augen sah ich das Bild von Jesus im Boot- und ich ganz nah bei ihm. Obwohl es körperlich sehr intensiv war, verspürte ich keine Schmerzen. Es war einfach nur schön. Weil es aber doch anstrengend war ( Hochleistungssport;-), fragte ich einmal, wie lange es wohl noch gehe.. da sagte die Hebamme, ich könne mal nach unten greifen, dann könne ich das Köpfchen spüren. Das tat ich. Tatsächlich! Doch in diesem Moment überlegte ich mir, wie das nun da " durchpassen" solle. Es war wie ein kurzer " Fokusverlust" Die nächste Kontraktionen war sehr schmerzhaft, wie ich das von den früheren Geburten kannte. Aber es war die Letzte. 19:07 hielten wir unser Geschenk in den Armen. Es war eine wunderschöne Geburt für uns. Bei unserem ersten Kind dachte ich während der Geburt, ich würde sterben vor Schmerzen. Jetzt habe ich erlebt , wie diese Schmerzen getragen wurden. Ein solch schönes Erlebnis wünsche ich jeder Frau!